Titelbild Stress Gedanken

Eine Situation ist immer neutral

An und für sich ist alles was wir in unserem Alltag erleben neutral. Das was es für uns schön oder schirch, angenehm oder unangenehm, wünschenswert oder verteufelungswürdig macht, ist die Bewertung die wir dieser Situation, diesem Erleben geben oder die Bewertung die wir gelernt haben, einer Situation zu geben.

Die Kette die in unserem Kopf dann abläuft geht in etwa so: Situation – Gedanke über die Situation (Bewertung) – erzeugtes Gefühl – Aktion – Erfahrung.

jede Situation ist neutral

Situation: das ist das, was passiert und wie oben schon geschrieben ein neutraler Vorgang. Kleiner Sidestep: wäre es nicht so, dass die Situation neutral wäre, dann wäre ja alles was für dich angenehm oder unangenehm ist, auch für deine Umgebung so. Du weißt ja, dass das nicht so ist, also kann eigentlich nur unser individueller Gedanke dafür verantwortlich sein, wie wir etwas sehen.

Gedanke: das was du über die Situation denkst. Also angenommen, du liebst Regentage, dann wirst du diesen Tagen eine schöne Bewertung geben. Du denkst dir vielleicht “eine gemütliche Stimmung”, “es ist schön, Zeit drinnen zu verbringen”, “ich liebe die reinigende Energie”.

Gefühl: bleiben wir beim oben genannten Beispiel. Das Gefühl, dass du bei einer positiven Bewertung bekommst ist vielleicht “ich fühle mich wohl” oder “ich fühle mich geborgen”. Ist deine Bewertung für Regen negativ, dann wird sich das in deinen Gefühlen wieder spiegeln. In etwas so “ich kann nichts draussen machen”, “ich mag die Nässe nicht”, “ich fühle mich eingeschränkt”.

Aktion: deine Gefühlslage wird deine Handlungen beeinflussen. Vielleicht packst du alles zusammen und gehst raus oder du verkriechst dich irgendwo in deiner Wohnung. In jedem Fall beeinflussen deine Gefühle, was du tust und auch, was du nicht tust.

Erfahrung: und jetzt kommt das, worauf ich hinaus will: deine Bewertung über die Situation färbt deine Erfahrung ein. Und diese Erfahrung ist genau die Grundlage, auf der du deine Zukunft, also z.B. zukünftige Regentage erleben wirst.

In diesem Blogartikel beantworte ich dir folgende Fragen:

  • Wie wirkt sich diese Kette nun aus, wenn du dauernd oder oft das Gefühl hast “Ich bin gestresst”?
  • Wenn “ich bin gestresst” ein Gefühl ist, welcher mögliche Gedanken steckt dann dahinter?
  • Und wenn deine Gedanken dein Erleben beeinflussen, wie möchtest du statt dessen denken?

Ich darf mich nicht mehr anders entscheiden

Etwas, dass dich in deinem Alltag vielleicht sehr stresst, ist, die Angst, dich falsch zu entscheiden. Wenn wir an einer Weggabelung stehen und uns für eine Richtung entscheiden, dann entscheiden wir uns auch autmatisch gegen sehr viele andere Varianten. Die damit verbundene Unsicherheit, das nicht wissen, was dich unterwegs auf diesem einen Weg erwarten wird, kann gelinde gesagt, viel Druck erzeugen (lies dazu auch gerne in den Artikel “Was passiert wenn du ich nie entscheidest” rein.)

Der unbewusste Gedanke der hier arbeitet ist “Ich muss mich perfekt entscheiden” und das Gefühl dazu ist die Angst (sich falsch zu entscheiden).Wenn es stimmt und du deine Gedanken neu wählen kannst, dann könntest du hier folgende (neue) Gedanken mitnehmen

  • “Ich kann mich zu jedem Zeitpunkt neu entscheiden”
  • “Ich darf mich immer wieder neu ausrichten”
  • “Ich darf mich so lange verändern, bis der Weg besser zu mir passt”

Nun spüre hier selber einmal hinein: welche Gefühle erzeugen diese neuen Gedanken? Ich würde sagen es sind Gefühle wie: Freiheit, Selbstbestimmtheit, Verantwortung oder Selbstbewusstsein.

Ich muss es alleine schaffen

Vielleicht hast du in deiner Kindheit gelernt, dass es besser ist, nur dir selber zu vertrauen. Hattest du Personen, vor allem Erwachsene, denen du dich anvertrauen konntest oder hast du (oder musstest du) Dinge mit dir selber ausmachen?

Bezugnehmend auf den Beginn des Artikels hast du also je nach den Umständen, in denen du dich befunden hast, deine eigenen Stärken entwickelt und auch Bewertungen und Erfahrungen kennen gelernt.

Beobachte dich einmal selber: in welchen Situation bist du felsenfest davon überzeugt, dass du etwas nur selber machen kannst oder dass es niemanden gibt, der dich unterstützen kann? Oder kennst du vielleicht sogar konkret den Gedanken “Es ist schwach, Hilfe anzunehmen”, “ich muss die Verantwortung für XY übernehmen” oder “XY hilft mir sowieso nicht dabei”.

Dann möchte ich dir gerne Gedanken vorstellen, die dich dabei unterstützen können, den Stress, der hinter den oben genannten Gedanken stehen aufzulösen. Bewusste Gedanken könnten sein:

  • “Ich kann mir jederzeit Hilfe holen”
  • “Ich übernehme Verantwortung für meine Gedanken und Gefühle” oder die Frage
  • “An wen kann ich mich sonst noch wenden”

Beobachte auch hier wieder: wie verändert sich das Gefühl mit diesen veränderten Gedanken?

Ich muss es (alles) genau wissen

Das Gefühl, dass Unwissenheit erzeugt ist schlichtweg Angst. Die Angst, nicht zu wissen, was passiert, wie etwas ausgeht, ob du die richtigen Entscheidung triffst, die Angst vor Ablehnung oder vor Kontrollverlust.

Allerdings: würden wir immer nur das machen, von dem wir sicher den Ausgang kennen würden, dann wäre unser Leben wahrscheinlich sehr eintönig und vor allem würden wir uns nie weiter entwickeln. Das bedeutet aber auf der anderen Seite nicht, dass du dich jeden Tag total mit neuen Entscheidungen überfordern musst. Daher hier meine unterstützenden Gedanken für dich:

  • “Ich bereite mich nach bestem Wissen und Gewissen vor”
  • “Ich darf jederzeit Fehler machen”
  • “Ich gewinne mit jeder Erfahrung wertvolle Erkenntnisse”
  • “Ich muss nicht alles wissen”

Wie geht’s dir damit? Gibt es in deinem Leben Bereiche (Job, Familie, Beziehung, Hobbies, Kinder, etc.) wo du neue Überzeugungen mitnehmen kannst, die dich freier handeln lassen?

Ich habe keine Zeit

The good news is: du hast immer gleich viel Zeit, dein Tag hat immer Stunden. The bad news is: du hast immer gleich viel Zeit zur Verfügung, dein Tag hat immer  Stunden. Also wie zum Beginn des Artikels geschrieben, wenn man es neutral betrachtet, dann müsst dein Empfinden immer dasselbe sein.

Dass dem nicht so ist, kann ich sehr gut nachempfinden. Mit einem 20h Job und einem Business, dass ich meistens parallel betreibe, kenne ich dieses Gefühl, dass weder für das eine, noch für das andere genug Zeit da ist. Vielleicht hast du auch Familie und arbeitest gerne in deinem Beruf oder du hast Hobbies die du noch mit deinem restlichen Leben vereinbarn möchtest. So oder so ist es, meiner Erfahrung nach, nie sehr hilfreich ständig zu denken “Ich habe keine Zeit”. Das erzeugt nämlich ein Gefühl von Druck, Stress, Mangel, Enge und Hilflosigkeit.

Ja aber was denke ich denn bitte, wenn ich keine Zeit habe? :) Hier ein paar Ideen:

  • “Ich nehme mir bewusst die Zeit die ich habe”
  • “Ich gönne mir bewusst Pausen”
  • “In der Zeit, die ich mir nehme, arbeite ich konzentriert”
  • “Ich genieße bewusst die Zeit, die ich mit XY (meiner Familie, Selbststänigkeit, Hobby) verbringe”

Spürst du wie sich in deinen Gedanken und wahrscheinlich auch in deinem Körper mehr Raum auftut? Merkst du wie hier statt einem Tunnel plötzlich Möglichkeiten sichtbar werden? Beobachtest du, dass du wieder freier atmen (denken, handeln) kannst?

Andere sind schon viel weiter als ich

Na klar, das Gras wächst beim Nachbarn immer viel grüner als in deinem eigene Garten? Gratuliere, da bist du nicht der oder die einzige, die so denkt. Dank Instagram, Facebook, LinkedIn und Co verstärken wir dieses Gefühl oft noch stundenlang als Ablenkung in unserer Freizeit.

Aber sag dir mal selber ein liebesvolles STOP und dann frag dein Gehirn einmal: mit wem vergleichst du dich da denn eigentlich? Was bedeuetet denn schneller, höher, weiter für dich selber? Kennst du die Pläne und Prioritäten von jenen Menschen, mit denen du dich vergleichst? Vielleicht hat jemand Sicherheit für Freiheit aufgegeben oder umgekehrt oder statt Karriere eine Familie gegründet oder umgekehrt.

Vergleiche

Vergleiche können inspirierend und anspornend sein, wenn sie bewusst statt finden. Unbewusst erzeugen sie ein Gefühl von Mangel, klein sein und Enge. Als unterstüztende Gedanken nimm z.B. einen von den folgenden mit:

  • “Ich bin genau richtig, da wo ich jetzt gerade bin”
  • “Ich gehe meinen Weg in meinem eigenen Tempo”
  • “Ich setze bewusst meine Prioritäten”
  • “Ich entscheide, was und wann es genug ist”
  • “Ich ziehe bewusst meine Grenzen”

Wenn du dir diese Gedanken durchliest, welche Gefühle erzeugen sie? Wie verändert sich das Gefühl im Vergleich zu dem ursprünglichen Gedanken?

Deine Erfahrunge bestätigen deine Gedanken

Hier schließt sich der Kreis: warum solltest du denn überhaupt daran interessiert sein, deine Gedanken hin zu unterstützenden Gedanken zu verändern? Die Antwort ist relativ einfach: weil deine Gedanken deine Erfahrungen und das was du erlebst, bestätigen und umgekehrt. So wie zu Beginn dieses Artikels beschrieben erzeugen deine Gedanken Gefühle, die wiederum beeinflussen, was du tust und das was du tust oder nicht tust, sind deine Erfahrungen. Wenn du die Idee noch weiter spinnen möchtest: die Summe deiner Erfahrungen ist dein Leben.

Zahl es sich dafür aus, ein paar deiner Gedanken mal genauer unter die Lupe zu nehmen? Ich denke schon.

Live online Yoga Stunden - Yoga Imschneidersitz

Wo wir das auch nochmal ganz intensiv machen werden ist in der Woche von 22. – 26.03. während des Abend Yoga Flows. Das ist eine 30 minütige Einheit wo du folgendes bekommst:

  • 1 Impuls für deinen Körper: 15 Minuten Yoga um deinen Tag loszulassen
  • 1 Impuls für deine Gedanken: 15 Minuten Meditation um den Tag bewusst abzuschließen und dich für den neuen Tag auszurichten
  • 1 Impuls zu deinem Mindset und Stress: inklusive Worksheet zur Reflektion für jeden Tag.

Du kannst die Einheiten täglich live zwischen 19:00 – 19:30h mitmachen oder gerne als Aufzeichnung in der Videothek nachholen. Die Infos zu den Stunden findest du im Yoga Kalender und die Infos zur Anmeldung für diese besondere Woche findest du hier.

Ich würde mich freuen, dich auf der Matte zu sehen!

Alles Liebe und gute Gedanken,

Julia

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